Archiv für den Monat: September 2009

Swiss: Usability setzt auf Vertrauen

0909_swissDie Swiss bietet ein bequemes Web-Checkin an. Funktioniert prächtig. Doch dabei wird auf den User vertraut, dass er nicht den Zurück-Button des Browsers benutzt. Ich bezweifle, dass die Mehrheit der User die Warnung versteht. Der „mittelalterliche“ User weiss garantiert nicht, was die „Back Funktion“ ist. Solche Dinge kann ich einfach nicht verstehen; da sollte doch auch die Swiss die finanziellen Möglichkeiten haben, solchen Schwachsinn zu vermeiden.

Barcamp Stuttgart 2009: Social Media Guidelines

(Dieser Post ist eine Ergänzung zum Beitrag über das Barcamp Stuttgart 2009)

Das Erstellen von Social Media Guidelines ist bei einigen Firmen zurzeit ein aktuelles Thema. In einer Session am Barcamp Stuttgart wurde diese Frage eingehender erörtert. Der aktuelle Stand ist sehr unterschiedlich: Von mehrseitigen Richtlinien (Air France) bis hin zu einem Satz (Don’t write anything stupid) ist vieles möglich.

Erwähnt wurden die Kommentar-Richtlinien von Daimler: http://blog.daimler.de/kommentar-richtlinien/

Eine professionelle Kommunikation ist wichtig. Die Texte sollten nicht zu lange und lesbar sein (an das Medium angepasst). Nur Wahrheiten (Fakten) schreiben, und keine Dummheiten. Die erwähnten Fälle waren teilweise erschreckend. Wenn ein Arbeitnehmer die Job-Suche auf XING beginnt, aber den Chef in der Freundesliste hat, ist das ungünstig. Oder der Facebook-Status „Heute war wieder einmal so ein Kündigungsdienstag“ ist ungeschickt, wenn der Chef mitliest (eigentlich auch sonst).

Wann repräsentiert ein Mitarbeiter das Unternehmen? Das kann schon sehr schnell der Fall sein. Beispielsweise im Freundeskreis ist man automatisch Vertreter der Firma. Eine mögliche Lösung wäre, die offiziellen Accounts auf der Website aufzulisten. Alles andere wird klar als persönliche Meinung der Autoren deklariert, ohne Einfluss der Fima.

Natürlich sollten keine Internas an die Öffentlichkeit. Dies ist jedoch durch den Abeitsvertrag bzw. Arbeitsrecht schon geklärt. Ein Bewusstsein dafür muss bei jedem einzelnen Mitarbeiter trotzdem geschafft werden, da bei schnellen Medien und in lockererer Atomsphäre schneller Unerwünschtes veröffentlicht wird. Kundennamen von aktuellen Projekten beispielsweise sollte erst nach Abschluss des Projekts erwähnt werden, wenn überhaupt. Und dann nur als von der Firma gebilligte PR-Massnahme. Eine Richtlinie für diesen Fall wäre eine Möglichkeit.

Jede Firma hat Werte und eine Firmen-Philosophie. Teilweise werden diese durch Schlagworte wie modern, dynamisch etc. ausgeschmückt. Doch wenn die Mitarbeiter nicht danach leben, nützt das nichts. Da können auch Richtlinien nicht viel bewirken: das Image gegen aussen ist und bleibt ein anderes.

Abschliessend kann nur der gute alte Rat erwähnt werden: Think before you post. Die dämlichen Beispiele, die in der Session genannt wurden, können mit gesundem Menschenverstand vermieden werden.

Weiterführende Links:
http://leanderwattig.de/index.php/2009/09/05/26-beispiele-fur-social-media-policies-von-organisationen/
http://www.text-gold.de/internes/social-media-guidelines-in-unternehmen-ja-oder-nein-2-stuttgarter-barcamp/

Barcamp Stuttgart 2009: Bericht

barcamp stuttgart 2009

Am vergangenen Wochenende habe ich das Barcamp in Stuttgart besucht. Die Veranstaltung war professionell organisiert. Gefehlt hat es an nichts (wenn man den richtigen Hotspot gefunden hatte;-)), auch das Essen war vorzüglich.

Folgende Sessions habe ich besucht:

Samstag

  • Social Media Guidelines für Unternehmen
  • TYPO3 meets Social Media
  • Enterprise 2.0 – Wie Web 2.0 ins Unternehmen kommt und warum
  • Medien und Twitter
  • Wahlkampf im Web 2.0 bei den Grünen

Sonntag

  • Web 2.0 Aktivitäten bei der FDP
  • Internetwahlkampf unterhalb der Landesebene (Junge Union und SPD)
  • Internetwahlkampf im Web 2.0
  • Facebook Marketing
  • QA-Tools für Webentwickler (PHP)

Zu allen Sessions habe ich mir Notizen gemacht, Gedanken und Ideen notiert. Ich werde dies in den nächsten Tagen/Wochen verarbeiten und voraussichtlich weitere Aritkel zu einigen spezifischen Themen schreiben. Wenn euch etwas konkreter interessiert, könnt ihr auch fragen. So im Rückblick wurde insbesondere der Sonntag eine ziemlich politische Angelegenheit. Aber die Eindrücke und den Austausch über diese Themen war äusserst spannend.

Noch erwähnenswert: Das Abendprogramm am Samtag bestand aus einer künstlerischen iPhone Performance. Da wurde von den Anwesenden ein grosses Kunstverständnis verlangt. Anschliessend gab es noch eine Zaubershow. Und danach war socializing angesagt.

Ein Rundum gelungener Anlass. Grosses Kompliment an die Organisation und natürlich die Teilnehmer.

Youtube: Unklares Geschäftsmodell

Schon länger frage ich mich, warum Youtube nicht endlich damit beginnt, Geld zu verdienen. Sicher wird mit Werbung etwas in die Kassen gespühlt. Doch die Kosten werden damit wohl nicht ganz gedeckt.

Jetzt überlegen sie sich, kostenpflichtige Videos anzubieten. Die Diskussion über kostenpflichtigen Content hatten wir doch in den letzten Wochen schon. Auch wenn gewisse Medienhäuser der Meinung sind, es funktioniert: ich glaube nicht daran. Für solche Dinge bezahlt niemand etwas.

Zurück zu Youtube: anstatt von den usern Geld zu verlangen könnte doch bei den publishern etwas hereingeholt werden. Die Limit von 10 Minuten pro Film ärgert mich schon lange. Warum können nicht Abos gemacht werden, bei denen diese Limiten aufgehoben oder erhöht werden? Jetzt lade ich meinen halbstündigen Film einfach in drei Teilen hoch. Der Speicherplatzverbrauch für Youtube ist der Selbe.

Flickr ist für mich immer noch ein gutes Beispiel. Eine super Software und für wenig Bares kriegt man eine tolle Leistung. Wer den Dienst kostenlos nutzt, kann dies mit gewissen Einschränkungen machen. Warum das bei Youtube nicht funktioniert oder was der Eigentümer für eine Strategie dazu hat: keine Ahnung.