Archiv für den Monat: Mai 2007

VPN unter Ubuntu

(Hinweis: ich bringe diesen Beitrag im Rahmen des Blog-Karnevals ein)

Mein Studien-Kollege aus dem Ländle ist „rückfällig“ geworden. Er hat es selber so bezeichnet. Er hat sein Ubuntu wieder durch ein Windows ersetzt. Ich weiss wie schwierig ein Umstieg für Leute ist, die genau wissen, welche Programme sie für die tägliche Arbeit einsetzen müssen. Für Standard-User, die ausser Office und Internet/Mail nicht viel mehr brauchen, ist der Umstieg einiges leichter zu bewerkstelligen.

Soviel zu den aktuellen Ubuntu-Nachrichten aus meinem Umfeld. Ich denke, meine persönliche Ubuntu-Geschichte interessiert hier kaum. Im Blog-Karneval sind sonst noch einige Ubuntu-Geschichten verlinkt.

Nun aber zum konkreten HowTo, das vom Einrichten einer VPN-Verbindung handelt und eigentlich Hauptinhalt dieses Posts sein soll. Ziel ist das Einrichten einer VPN-Verbindung über den Network-Manager von Ubuntu (7.04). Der ist standardmässig mit dabei und macht das Benutzen bzw. Einloggen in das VPN sehr einfach. Diese Anleitung ist möglichst generell gehalten, ist aber ein Beispiel für das Einrichten der VPN-Verbinung im Wireless-Netzwerk der Fachhochschule NTB.

Howto: Einrichten eines VPN an unserer Hochschule mit Ubuntu

1. Network-Manager-Plugin installieren. Falls noch nicht installiert, wird gleich auch das Paket openVPN installiert:
sudo apt-get install network-manager-openvpn

2. Im Intranet die Config-Files herunterladen (nur Konfigurationsfiles und Zertifikate), entpacken. Die Files sollten vom VPN-Anbieter zur Verfügung gestellt werden. An unserer Hochschule können die Files im Intranet heruntergeladen werden.

3. Folgende Files des Ordners Config in das OpenVPN-Verzeichnis kopieren:
sudo cp /home/thomas/Desktop/config/ca_vpn-ntb.crt /etc/openvpn/
sudo cp /home/thomas/Desktop/config/ntb.crt /etc/openvpn/
sudo cp /home/thomas/Desktop/config/ntb.key /etc/openvpn/
(angenomen, die Files wurden auf dem Desktop des users thomas entpackt)

6. Ggf. Neustarten (Network-Manager und OpenVPN)

7. VPN-Verbindung einrichten:
– linke Maustaste auf Network-Manager-Applet
– VPN-Connections
– Configure VPN
– Add
– Weiter klicken
– Im Config-Dialog Einstellungen gemäss folgenden Screenshots übernehmen (Benutzernamen natürlich entsprechend anpassen 😉 ):
einrichten vpn screenshot 01
einrichten vpn screenshot 02

8. Die Verbindung sollte nun einfach hergestellt werden können:
– Verbindung zum Netzwerk mit dem Network-Manager herstellen
– linke Maustaste auf Network-Manager-Applet
– VPN-Connections
– auf erstelle Verbindung klicken (z.B. NTB)
– Passwort des Accounts eingeben
– fertig 😉

Anregungen sind immer willkommen.

Probleme mit E-Shop Zen Cart gelöst

Mit dem Open-Source-Webshop Zen Cart bin ich eigentlich sehr zufrieden. Trotzdem hatten wir mit 3-4 kleineren Problemen zu kämpfen, deren Lösung ich hier kurz erläutere. Mit der Hoffnung, Hilfesuchenden damit zu helfen.

Problem 1: Wenn die Währung beispielsweise auf CHF (Schweizer Franken) gestellt wird, werden die Artikel mit 0 angegeben (weder Währung noch Betrag ersichtlich).
Lösung: Wo genau der Fehler liegt, haben wir nicht herausgefunden. Behoben wird er jedoch, in dem das File german.php (im Verzeichnis includes/languages/german/) bearbeitet wird. Dort sollte die Zeile mit der LANGUAGE_CURRENCY folgendermassen angepasst werden:

define(‚LANGUAGE_CURRENCY‘, ‚CHF‘);

Oder auf SFR oder was immer man wünscht. In Verbindung mit PayPal hat sich jedoch CHF als vorteilhafter erwiesen. Standardmässig ist dieses Feld mit EUR ausgefüllt.

Problem 2: In Verbindung mit dem PayPal-Modul erscheint der Betrag nicht. Denn es wird angenommen, dass USD überwiesen werden, woraus der Betrag (auf Seite PayPal, nicht im Shop) auf 0 USD gesetzt wird.
Lösung: Die Lösung liegt ebenfalls wieder in einem File. Und zwar im File paypal.php, welches im Verzeichnis includes/modules/payment zu finden ist. Ab Zeile 175 steht folgender Anweisungsblock:

if (!in_array($my_currency, array(‚CAD‘, ‚EUR‘, ‚GBP‘, ‚JPY‘, ‚USD‘, ‚AUD‘))) {
$my_currency = ‚USD‘;
}

Das erklärt das ungewünschte Verhalten. Es muss noch die Währung für CHF hinzugefügt werden:

if (!in_array($my_currency, array(‚CAD‘, ‚EUR‘, ‚GBP‘, ‚JPY‘, ‚USD‘, ‚AUD‘, ‚CHF‘))) {

Dann klappt auch die PayPal-Anbindung ohne Probleme.

Problem 3: Die Bezichnung für die Option, mit PayPal zu bezahlen, lautet auf „PayPal IPN“. Dies ist unglücklich und verwirrend für den Benutzer. Wir möchten es anpassen.
Lösung: Das gesuchte Label befindet sich auch in der Datei paypal.php, jedoch in derjenigen im Verzeichnis includes/languages/german/modules/payment. Dort werden am Anfang die entsprechenden Texte gesetzt. Hier die neue Version dieser beiden Zeilen:

define(‚MODULE_PAYMENT_PAYPAL_TEXT_ADMIN_TITLE‘, ‚PayPal (auch Kreditkarte)‘);
define(‚MODULE_PAYMENT_PAYPAL_TEXT_CATALOG_TITLE‘, ‚PayPal (auch Kreditkarte)‘);

Problem 4: Die PayPal-Anbindung kommt nicht mit Umlauten zurecht. Eine Adresse wie z.B. Müller verursacht bei PayPal eine Warnmeldung, obwohl der Betrag korrekt übernommen wird.
Lösung: existiert nicht. Gemäss Auskunft von PayPal arbeite man an diesem Problem. Laut diverser Foren-Antworten dauert diese arbeit jedoch schon beträchtlich lange. Kurz: die Meldung ist so ohne weiteres nicht wegzukriegen. Es ist einfach unschön, aber von der Funktionalität her keine Einschränkung.

Für Zen Cart gibt es auch eine deutsch Seite. Die befindet sich unter www.zen-cart.at und bietet Hilfestellungen und ein gutes Forum.

LUG-Camp 2007: Samstag

Dani hat nach dem Résumé zum LUG-Camp gefragt. Natürlich war der grosse Teil des Posts bereits am Sonntag geschrieben. Aber manchmal sucht mich ein Perfektionismus heim, den ich nicht kenne. Ich möchte den Post dann x-mal durchlesen und x-mal überprüfen, ob alles auch wirklich korrekt ist.

Der Samstag wurde etwas ruhiger. Nach einer guten Nacht im Zelt auf dem Campingplatz, einer Dusche und Frühstück habe ich mich sogleich an die Installation des Apache2, PHP, MySQL und phpMyAdmin gemacht. Wie erwartet ging die Sache recht flott voran, dank dem vielzitierten Wiki.

Am Nachmittag sind wir nach Interlaken gegangen. Das Wetter war herrlich. Wir wollen uns gar nicht vorstellen, wie viele Touristen in der Hauptsaison in dieser Region sind. Jedenfalls sind uns viele Inder, Chinesen etc. aufgefallen. Und die Geschäfte in Interlaken sind auch in der Mehrheit Souvenirshops, Uhrengeschäfte/Juweliere, Messer-Shops oder Restaurants/Hotels. Wie ihr seht, haben wir uns nicht den ganzen Samstag im Bunker verkrochen 😉 Die Nacht war ja auch noch dafür da.

Andere sind am Samtag auf den organisierten Ausflug gegangen. Unter anderem auch Greg, ein Amerikaner, der geschäftlich für einige Wochen in der Schweiz arbeitet und sich spontan unserer LUG angeschlossen hat. Er war begeistert. Denn auf der Brienz-Rothorn-Bahn haben anscheinend eingige Urchige zu Jodeln begonnen. Ein Highlight für Greg, sodass er es gleich filmen und uns anschliessend voller Freude zeigen musste. Cool.

Ein kleiner Wermutstropfen hat das Camp: die Vorträge waren, im Gegensatz zum lezten Jahr, nicht so mein Ding. Diejenigen, die mich am ehesten interessiert hätten (z.B. Netzwerkkommunikation und Ruby on Rails) wurden abgesagt. Dafür kamen die Virtualisierungs-Fans voll auf ihre Kosten (mit ca. 2-3 Vorträgen dazu).

Weitere technische Ausführungen und Erfahrungen werde ich ggf. in den Blog-Karneval von Roman einbringen. We’ll see.

Fazit: erneut ein sehr gelungenes Camp. Das nächste kommt bestimmt und findet in Flensburg statt. Sicher der entfernteste Ort, an dem noch Deutsch gesprochen wird 😉 Die dänische Grenze ist da auch nicht weit.

Doch wir haben bis dahin weiterhin unsere wöchentlichen LUG-Treffen in Kreuzlingen, wo ein guter Austausch stattfindet.

PS: Wir sind eine der aktivsten LUGs in der Schweiz. Anscheinend gibt es keine andere, die sich wöchentlich trifft. Habe ich nicht gewusst. Auch sind wir in unserer Form speziell: wir haben keinen Verein und keine Organisation, sondern es sind lockere, unverbindliche Treffen im InetCafe. Dieser freie Gedanke gefällt mir. Und neue Linux-Fans sind immer willkommen, Wissensstand völlig egal.

LUG-Camp 2007: Ankunft

Gestern Freitag bin ich um ca. 11:03 in Interlaken am 8. LUG-Camp angekommen. Da ich mir vorgenommen habe, am organisierten Ausflug teilzunehmen, habe ich bis zur Besammlung (12:45) mein Zelt auf dem Camping-Platz aufgestellt und für den Abend eingekauft.

Der Ausflug war cool 😉 Zuerst stand die Besichtigung der Aareschlucht auf dem Programm:

aareschlucht

Durch die Niederschläge vom Donnerstag hatte es auch genügend Wasser 😉

Anschliessend haben wir die Reichenbachfälle besucht. Erneut war ich beeindruckt:

reichenbachfälle

Weitere Bilder sind auf der Kamera. Und der Card-Reader ist zuhause 😉 Ansonsten sind wir im Trockendock der Brienzersee-Schiffahrt untergebracht. Das Klima in dieser Werft ist nicht schlecht. Untertags klar kühler als draussen, in der Nacht umgekehrt:

trockendock

Erreicht habe ich auch schon einiges. Letzte Nacht habe ich die neuste Ubuntu-Version auf meinem Laptop installiert. Das Wichtigste (Truecrypt, Mail, Firefox, Tomboy etc.) läuft ohne Probleme (wie erwartet). Nur Kleinigkeiten (wie das nicht mehr funktionierende Verschieben von Spams in den Junk-Ordner bei einem Konto) laufen noch nicht 100%. Heute möchte ich einen lokalen LAMP aufsetzen, damit ich PHP/MySQL-Applikationen auch lokal testen kann. Dürfte kein grosses Problem sein, trotzdem habe ich das unter Ubuntu noch nie gemacht.

Ein weiteres Ziel war die gute Dokumentation der Neuinstallation bzw. Konfiguration der Applikationen. Wir sind dabei zum Schluss gekommen, dass mit dem Wiki von Ubuntuusers.de eigentlich das meiste derart gut dokumentiert ist, dass eigene, detaillierte Dokumentationen kaum nötig ist. Doch wohin diese Abhängigkeit führen kann, habe ich bereits in einem früheren Post erwähnt.

Fazit nach knapp 24h Anwesenheit: das LUG-Camp rockt!! Und der nächste Bericht folgt bestimmt 😉

Microsofts School Agreement

Heute Abend habe ich in einer Diskussion von Microsofts Schul-Politik erfahren. Die Primarschulen würden kaum auf OpenOffice umsteigen, weil der Budgetposten von MS Office ein Tropfen auf den heissen Stein eines IT-Budgets ist. Microsoft stellt den Schulen das Office für gut Fr. 16.- pro Rechner zur Verfügung:

microsoft school agreement

(Quelle: http://www.msedudesk.ch/?lang=deu)

Tragischerweise würden sich die wenigstens Schulgemeinden ein Wechsel auf OpenOffice überlegen. Die Einsparung wäre zu klein.

Microsoft hat das vorbildliche School Agreement nicht ganz uneigennützig lanciert. Damit ist es möglich, dass sich bereits die Jüngsten gut an die MS-Produkte gewöhnen. Und das zu einem relativ günstigen Tarif. Marketingtechnisch ein kluger Zug.

Damit ich nicht falsch verstanden werde: ich finde die Bemühungen, Bildungsinstitutionen mit günstigeren Tarifen zu unterstützen lobenswert. Doch ich würde es begrüsen, wenn sich Schulen vermehrt mit OpenSource-Alternativen beschäftigen würden. Neben dem Kostenfaktor könnten Sie den Schülern auch die Perspektive eröffnen, dass es neben Microsoft noch andere, valable Mitstreiter im grossen Office-Markt gibt. Und dass die Qualität von OSS derjenigen von komerziellen Produkten in nichts nachsteht. Oder fehlt den Verantwortlichen oft der Mut, den Behörden OpenOffice schmackhaft zu machen und sich durchzusetzen? Denn auch im Jahr 2007 muss man noch oft erklären, dass OpenOffice mindestens gleichwertig, wenn nicht besser als MS-Office ist. Ich denke, diesen Aufwand sollte man als IT-Verantwortlicher auf sich nehmen oder zumindest die verschiedenen Lösungen in Betracht ziehen.