Archiv für den Monat: Februar 2007

Installation eines Ubuntu-Systems via Netzwerk

Voraussetzungen
Voraussetzung war ein Laptop, dessen CD-Laufwerk eine Leseschwierigkeit hatte. Ich konnte zwar booten und das Live-System starten. Aber sobald ich eine Installation machen wollte (egal ob mit alternate oder desktop-CD) ist er mittendrin auf Leseprobleme gestossen. Die CDs waren dabei einwandfrei (überprüft).
Weiters ist ein Internet-Zugang und das ISO-File einer Ubuntu-CD (alternate) nötig.

Lösung
Wir machen eine Installation übers Netzwerk. Dabei soll das Booten via LAN zum Einsatz kommen, das von diesem Acer-Laptop unterstützt wird. Ich baue ein kleines, in sich abgeschlossenes (Kabel-)Netzwerk auf. Darin ist mein Laptop (fungiert als Server, von dem gebootet werden soll) und der andere Laptop, auf dem das System installiert werden soll.

Daneben existiert das WLAN mit Internet-Zugang (ein booten via WLAN habe ich mir nicht zugetraut).

Vorbereitungen Server
Auf dem Server-Laptop müssen einige Dinge eingerichtet werden. Insbesondere das DHCP und TFTPD. Das ist auf [1] eigentlich gut beschrieben. Dies ist auch die eigentliche Grundlage dieses Artikels und dieser Lösung. Jedoch werde ich hier noch einige Erklärungen zu Sachverhalten anbringen, die mir auf den ersten Blick nicht aufgefallen oder etwas unklar erschienen.

Hier Schritt-für-Schritt den ganzen Ablauf (Achtung: vor den Befehlen muss meist noch ein sudo eingegeben werden, um Administrator-Rechte zu erlangen):

1. Installation von TFTP:
apt-get install tftpd-hpa

2. Aktivieren von TFTP (detailliert beschrieben unter [2]):
/etc/init.d/tftpd-hpa start

oder alternativ Datei /etc/default/tftpd-hpa bearbeiten und RUN_DAEMON=“yes“ setzen, damit TFTP bei jedem Systemstart mitgestartet wird.

3. Image Mounten
– ins Verzeichnis /var/lib/tftpboot/ubuntu/edgy wechseln (Verzeichnisse ubuntu, edgy und alternate ev. noch erstellen)
– mount -o loop edgy-alternate-i386.iso alternate/

Anmerkung: das file edgy-alternate-i386.iso muss natürlich existieren (also herunterladen unter [3])

4. Apache installieren
apt-get install apache2

5. dhcp-server installieren
apt-get install dhcp3-server

6. dhcp-server konfigurieren
Datei /etc/dhcp3/dhcpd.conf bearbeiten (z.B. mit sudo gedit /etc/dhcp3/dhcpd.conf)

Folgenden Inhalt einfügen:

subnet 192.168.1.0 netmask 255.255.255.0 {
range 192.168.1.10 192.168.1.254;
}
# put your DNS IP’s here:
option domain-name-servers 192.168.1.1, 68.87.66.196 ;
filename=“ubuntu/edgy/alternate/install/netboot/pxelinux.0″;

Anmerkungen: die (statische) IP des Server-Laptops lautet auf 192.168.1.1

7. dhcp (re)starten
/etc/init.d/dhcp3-server restart

Somit ist der Server-Laptop für die Installation vorbereitet.

Durchführung Installation (natürlich auf Client)
1. Ins BIOS wechseln und die boot-devices so anpassen, dass vom Netzwerk (network,lan) gebootet wird.

2. Reboot 😉

3. Setup startet, Installation wie bei CD durchführen.

Anmerkung:
Im Gegensatz zur „normalen“ Installation wurde nach dem Einrichten der Netzwerkverbindung nach einem Ubuntu-Mirror gefragt. Schön wäre es hier natürlich, einen lokalen Mirror eingerichtet zu haben. Doch das habe ich jetzt nicht versucht. Mit der ADSL-Verbindung war die Sache jedoch gut machbar.

Die Pakete wurden danach vom Internet heruntergeladen. Daher dauert die Installatio auf diese Art und Weise auch länger als wenn mit einer CD installiert wird.

Links:
[1] https://help.ubuntu.com/community/Installation/LocalNet
[2] http://wiki.ubuntuusers.de/PXE-Installation#head-30546cc2fa01996a3bf1ede8eee57311e831b544
[3] http://www.ubuntu.com/products/GetUbuntu/download?action=show&redirect=download

winmail.dat mit Thunderbird behandeln

Wer kein Mailprogramm von Microsoft verwendet, bekommt zwischendurch Anhänge mit dem Namen winmail.dat (weitere Infos: http://www.thunderbird-mail.de/hilfe/faq1.5/index.php#allgemein_winmaildat) . Darin befinden sich die eigentlichen Anhänge. Eine Möglichkeit besteht darin, den Versender darauf aufmerksam zu machen, dass er seine Anhänge richtig verschicken soll.

Die zweite Variante ist zu versuchen, diese Datei zu „entpacken“. Unter Windows soll das Freeware-Tool Fentun dazu brauchbar sein. Unter Linux/Ubuntu bietet sich TNEF an.

1. Installation
sudo apt-get install tnef

2. Verwendung
tnef -f winmail.dat -C ext/
(entpackt die winmail.dat vom aktuellen Verzeichnis in das Verzeichnis ext)

LUG-Treff vs. Bloggy-Friday

Vor dieser Gewissensfrage bin ich gestern wieder gestanden. Wie verbringe ich die Prime-Time meines Freitag-Abends? Zuerst habe ich mir wirklich vorgenommen, nach Zürich an das Blogger-Treffen zu reisen. Doch plötzlich hat bei mir ein unbestimmtes Bauchgefühl gesagt, ich solle den Laptop packen und nach Kreuzlingen an den Linux-Treff fahren. Ich hoffe, Roman ist mir nicht allzu böse 😉 Die Bloggy-Fridays des ganzen Jahres habe ich mir jedoch eingeschrieben. Ich nehme mir (erneut) fest vor, das nächste mal wieder in Zürich vorbeizuschauen.

Nun zum Freitag Abend. Vorausgegangen war (natürlich) die Beschäftigung mit Linux in den letzten Tagen. Auf dem Laptop meines Bruders sollte ein Betriebssystem neu installiert werden. Und da das CD-Laufwerk gewisse Macken hat, war ich vorerst am Ende. Zum Glück kann man Ubuntu per Netzwerk (und netboot) installieren. Und das habe ich dann auch gemacht. Eine Anleitung und Kommentar dazu folgt nächste Woche (so hoffe ich). Ich denke, meine Euphorie über das reibungslose Gelingen dieses Projektes hat den Entscheid am Freitag Abend etwas zugunsten der LUGser beeinflusst 😉

Nun zum eigentlichen Treff. Erstes Thema war www.keine-zensur.ch. Paul und Silvan haben diese Page kurz aufgeschaltet, als die Sache bekannt bzw. aktuell wurde. Mal schauen, wie sich diese Initiative weiter entwickelt. Gross befasst habe ich mich noch nicht damit, ich werde die Seite in einer ruhigen Minute einmal genau durchlesen. Dann waren Galleries das Thema (Gallery vs. die Gallery von Joomla!). Auch den Ausfall des Rechenzentrums am Letzigraben hat uns beschäftigt. Wir haben auch noch über diverse andere Aktualitäten gesprochen. Weitere Themen:
XING
spurl.net
DokuWiki
LaTeX
TYPO3
– … (weiteres, an das ich mich nicht mehr erinnere ;-))

Kurz: wieder rundum eine gefreute Sache.

GMENU mit Umlauten

Das Problem hat mich schon einige Wochen beschäftigt, jetzt ist es gelöst. TYPO3 hat mit Version 4 Umlaute in einem GMENU nicht richtig gerendert. Herausgekommen sind nur Quadrate. Ein klares Encoding-Problem. Doch die Lösung war nicht so einfach.

Mein temporärer Workaround (Eingabe der Umlaute in Unicode) kann man den Usern nicht zumuten. Jetzt ist die Lösung da (Danke Christian und Sven):

http://lists.netfielders.de/pipermail/typo3-german/2007-February/028235.html

Also folgende Schritte:

Datei user_convchar.php erstellen:

2. In das Setup des Templates folgendes schreiben (mit Pfad zur PHP-Datei):

includeLibs.convchar_script = fileadmin/libs/user_convchar.php

3. Folgende Zeile auf das Element anwenden:

10.text.postUserFunc = user_convchar->encode

Review LUG-Treff

Am Freitag Abend habe ich es wieder einmal an den LUG-Treff nach Kreuzlingen geschafft. Folgende Themen wurden diskutiert:

LUG-Treffs
Wie sieht es mit dem Konstanzer LUG-Treff aus? Anscheinend soll er von einer Vereinigung an der Uni Konstanz langsam abgelöst werden. Dies habe ich nicht gewusst. Habe mich aber gleich in deren Mailingliste eingetragen:
LUG Konstanz: http://llugb.amsee.de/
An der Uni Konstanz: https://mailman.uni-konstanz.de/mailman/listinfo/linux-hsg

Ausserdem hat Ottix die Domain linuxtreff.ch registriert. Er stellt sich eine allgemeine, auch grenzüberschreitende Plattform für Linux-Treffs vor. Die Idee finde ich gut.

jhead & co
Ein Kommandozeilen-Tool, um die Exif-Informationen von Bildern auszulesen. Kann sehr schön im Batch-Modus verwendet werden. Wir sind dann recht schnell abgeschweift zu ImageMagick und co. Mir war gar nicht bewusst, wie mächtig dieses Tool ist. Einfach gewaltig. Hier nur einige Links dazu:
http://www.linux-user.de/ausgabe/2002/07/084-zubefehl/convert.html
http://www.linux-user.de/ausgabe/2005/10/052-imagemagick/
http://www.imagemagick.org/script/composite.php

Besonder der convert-Befehl hats mir angetan. Unbedingt die option -charcoal sollte ausprobiert werden. Wirklich interessant, was da herauskommt 😉 (z.B. convert -charcoal 3 bild.jpg bild_c.jpg).

Weitere Kommandozeilen-Befehle für die JPG-Manipulation: rdjpgcom und wrjpcom. Weitere Infos in den man-pages.

Und dann habe ich noch Googles Picasa für Linux installiert. Ein schönes Tool für die Fotoverwaltung.

Warum Vista kaufen?

Gestern habe ich mich im Zug mit einer HSG-Studentin unterhalten. Irgendwie sind wird vom Thema Marketing zu Windows Vista abgeschweift. Sie sagte, sie hätte sich Vista zulegen wollen. Ich kanns nicht verstehen. Microsoft macht eine grosse Kampagne und die Leute denken ans Kaufen. Egal ob nötig oder nicht. Witzig: ein paar Takte davor haben wir gerade darüber gesprochen, wie Leute auf das Marketing gewisser Firmen „reinfallen“.

Es gibt sicher Gründe, auf Vista umzusteigen. Doch der Alltagsuser wird diese wohl kaum derart dringend brauchen. Auch wenn es uns Microsoft so verkauft.

Meine Ziele sind bescheiden. Ich bin schon zufrieden, wenn die „anderen“ wissen, dass es eine Alternative zu Windows gibt. Ich möchte auf mein Ubuntu jedenfalls nicht mehr verzichten.