SBB: Usability

Am Bahnhof Ermatingen hat es einen neuen Billett-Automaten der SBB. Heute morgen sind wir in den Test eines Passanten gelaufen. Er hat uns gebeten, ein Billett von Ermatingen nach Frauenfeld zu lösen, und zwar mit Zug über Kreuzlingen-Weinfelden. Ich denke ja nicht, dass ich besondere Mühe mit technischen Geräten habe. Aber wir haben es tatsächlich nicht geschafft.

1. Versuch: direkt lösen (Ermatingen-Frauenfeld). Der Automat schlägt den Bus vor, der ungefähr 2 mal pro Tag fährt. Eine andere Variante wird nicht angeboten. Toll.

2. Versuch: ein Via eingeben. Leider nicht geschafft. Wo versteckt sich diese Option nur, wenn sie überhaupt vorhanden ist? Ich habe wirklich geschaut, doch nichts gefunden.

Der ältere Mann erklärt, dass es niemand schaffe. Der Test hab er auch noch mit einem 16-jährigen Jungen, einer 38-jährigen Frau und 2 Thurbo-Mitarbeitern gemacht – ohne Erfolg. Die einzige Lösung sei, ein Billet von Kreuzlingen nach Frauenfeld zu lösen. Und zusätzlich ein Einzelnes von Ermatingen nach Kreuzlingen. Doch wenn man nicht ewig Zeit hat, dürfte der Zug bis dahin bereits abgefahren sein.

Natürlich hat der gute Mann auch der SBB-Hotline angerufen und die Bahn umgehend auf dieses Problem aufmerksam gemacht. Doch man habe ihm geantwortet, dass diese Automaten halt auf den durschschnittlichen Bürger ausgelegt seien.

Bleibt zu hoffen, dass die SBB diesen Bug bald einmal beheben. Oder wenigstens jederzeit ein Via zulassen.

Das Gefühl, sich wie ein normaler, unbedarfter Anwender zu fühlen tut jedem Software-Entwickler einmal gut. Mir ist diese Gefühl wieder präsent. Ich sollte (teure) Seminare dazu veranstalten 😉

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