26/12: Ubuntu Linux – Erste Schritte

Installation Ubuntu-Linux / Migration Windows->Linux

1. Voraussetzungen:

2. Ubuntu

Ubuntu, gemäss Eigenwerbung das „Linux for Human Beings“, verbreitet sich immer stärker. Die einfache Bedienung ist beliebt. Als ich vor der Frage stand, welche Distribution zu wählen, hätte ich spontan auf OpenSuse gesetzt. Ein Kollege hat mir dann Ubuntu schmackhaft gemacht. Die Screenshots haben mich überzeugt, diese Distribution mal auszuprobieren. Bis jetzt bereue ich es nicht.

3. Installation von Ubuntu

Die Installation gibt keine Probleme, das Menü ist geführt. Das Setup wollte bereits bei der Installation das Netzwerk einrichten (sogar bevor die Festplatte partitioniert wurde). Da mein Hotspot aber mit WPA verschlüsselt ist, hat das nicht geklappt (BTW: WEP wäre unterstützt worden). Die Partitionierung der HD ist nicht gerade einfach, wenn man Spezial-Wünsche hat. So will ich neben den Systempartitionen noch eine Datenpartition mit FAT32. Dabei hat der Partitionierer alles mir überlassen. Und ich habe prompt die Swap-Parition vergessen. Also nochmals von Vorne. Und da habe ich gerade die LVM-Option entdeckt und diese verwendet. Bis jetzt weiss ich jedoch noch nicht genau, ob ich damit wirklich an mein Ziel komme.

4. Netzwerk/WPA

Standardmässig kommt Ubuntu 5.10 noch nicht mit WPA zurecht. Doch mein Wireless-Hotspot verwendet diese Verschlüsselung. Das Nachrüsten funktionierte erstaunlich gut. Eine Anleitung befindet sich unter [1]. Nur die Zeile in der Datei /etc/default/wpasupplicant musste ich anpassen:

OPTIONS=“-w -i eth1 -D ipw -c /etc/wpa_supplicant.conf -B“

Ubuntu versucht bereits beim Booten eine Verbindung zum Netzwerk herzustellen. Aber zu diesem Zeitpunkt läuft die WPA-Unterstützung noch nicht. Resultat: der Bootvorgang hängt sehr lange beim Punkt Netzwerk-Interface konfigurieren. Weiteres Problem: wenn man das abgewartet hat, bekommt man trotzdem noch keine Verbindung. Man muss das Wireless-Interface deaktivieren, aktivieren und sonst diverses rumbasteln, bis man endlich per DHCP eine IP bekommt. Die Lösung dieser beiden Probleme ist einfach: man unterbreche während des Boot-Vorgangs die Konfiguration des Interfaces. Das geht mit Control-C. Tipp von [2] (Q: How to temporary skip boot-up services?). Damit startet Ubuntu zügig und man hat nach dem Einloggen eine WPA-Verschlüsselte Verbindung. Die Verbindung zu unverschlüsselten Hotspots oder per Netzwerk-Kabel wird übrigens bereits beim Bootvorgang ohne Probleme hergestellt (Abbruch mit Ctrl-C nicht nötig).

5. Skype

Die Installation von Skype wäre eigentlich nicht so schwierig. Doch wenn man das Installationspaket für Debian/Ubuntu herunterlädt, bemängelt der Installler eine fehlende Bibliothek. Wenn man diese Nachinstallieren will, bekommt man die Meldung, dass die Bibliothek obsolet sei bzw. durch eine neuere (mit anderem Namen) ersetzt wurde. Diese muss selbstverständlich installiert werden, das Problem ist aber noch nicht ganz gelöst. Um die Installation mit Skype trotzdem durchführen zu können, sind Anpassungen nötig. Die sind unter [3] beschrieben. So hat es bei mir wunderbar funktioniert.
Dann sieht das Design noch ziemlich hässlich aus. Um das zu ändern, muss man QT konfigurieren. Wie man das ändert, habe ich unter [4] erfahren.

6. E-Mail / Evolution

Der Standard-Mailclient von Ubuntu ist Evolution. Als ehemaliger Thunderbird-Nutzer kommt spontan das Stichwort Outlook in den Sinn. Die Ähnlichkeiten sind gross. Was ich bei Thunderbird immer vermisst habe, wird von Evolution unterstützt: Mail, Kalender, Adressen, ToDo-List in Einem UND eine Palm-Synchronisation. Grundlegende Erklärungen sind unter [5] zu finden (leider in Deutsch bzw. mit deutschen Screenshots). Noch kurz zu weiteren Kommentaren/Feststellungen:
– Es wird konsequent mit einer globalen Inbox gearbeitet. Auch wenn ich 4 Mailaccounts konfiguriere, kommen die grundsätzlich in die selbe Inbox hinein. Man muss mit Filtern arbeiten, um die „Datenflut“ bereits beim Eingang zu sortieren. Die Filtermöglichkeiten sind sehr ausführlich.
– Es ist nicht möglich, per Filter Mails direkt in den Papierkorb zu befördern. War bei Thunderbird möglich und für die von Spam-Assassin und dem VirenScanner des Hosters recht zuverlässig erkannten Junkmails ziemlich nützlich. Denn man kann beim Leeren des Papierkorbs immer noch einen Kontrollblick darüber werfen.
– Für mich zwar nicht relevant, aber eine Exchange-Unterstützung wäre auch vorhanden.

7. Daten

Mein Ziel wäre es gewesen, dass ich mittels Truecrypt [6] meine Daten verschlüsseln kann, wie ich das schon unter Windows gemacht habe. Leider kommt Truecrypt nicht mit dem aktuellsten Kernel zurecht. Hoffe auf baldige Aktualisierung 😉

8. Weitere Applikationen

Ohne Probleme liess sich Keepass [7] installieren. Auch das unter Windows erstellte Password-File konnte problemlos gelesen werden.
Auch den Acrobat-Reader habe ich noch installiert, Anleitung unter [2]. Denn der standardmässig installierte Document-Viewer, der auch mit PDFs zurecht kommt, hat mir ein PDF fehlerhaft dargestellt. Mit dem Acrobat-Reader funktioniert das nun gut.
Mit dem Real-Player hatte ich einige Probleme, bis ich unter [8] eine brauchbare Anleitung gefunden habe.
Um gänzlich glücklich zu werden, wollte ich noch eine Buchhaltungssoftware. Die Wahl fiel, nicht ganz unerwartet, auf GnuCash (Installations-Anleitung ebenfalls unter [2]). Habe noch nie eine Buchhaltung in English geführt. Die wichtigsten Begriffe: Equity (Passive), Assets (Aktive), Income (Einnahmen), Expenses (Ausgaben). Also alles da für eine doppelte Buchhaltung. Definitiv ausprobieren werde ich die Sache dann im neuen Jahr.

8. Quellenverzeichnis

[1] http://wiki.ubuntuusers.de/WLAN/Verschl%C3%BCsselung?highlight=%28wpa%29
[2] http://www.ubuntuguide.org/
[3] http://forum.skype.com/viewtopic.php?p=169829&highlight=#169829
[4] http://ubuntuforums.org/showthread.php?t=76633
[5] http://www.linuxnetmag.com/de/issue9/m9evolution1.html
[6] http://www.truecrypt.org/
[7] http://keepass.sourceforge.net/
[8] http://wiki.ubuntuusers.de/RealPlayer

Last update: 26.12.2005